Handeln in gemeinsamer Verantwortung

Von Kai Anderson und Samuel Lisse

Wir können die grossen Probleme unserer Zeit nicht alleine lösen – weder als einzelne Nation noch als einzelnes Unternehmen. Der Global Risks Report zeigt, dass eine Pandemie nicht unser einziges Problem ist. Es gilt, drei globale Herausforderungen zu meistern: der globale Klima-Wandel und Ressourcen-Verbrauch, die Verteilung des Wohlstandes und die Gleichberechtigung von Frauen und Minderheiten.

Von Klaus Schwab 2019 als ‚Stakeholder Capitalism‘ bezeichnet ist dieser neue Deal die einzig mögliche Antwort der Wirtschaft auf die grossen Probleme unserer Zeit und eine Revolution, die weiter an Fahrt gewinnt und nicht mehr zu stoppen ist. Es ist eine Revolution von unten, die von globalen politischen Akteuren befeuert wird.

Auch Investoren haben begonnen, auf diese Linie einzuschwenken. Nachhaltige Anlagen nehmen einen immer grösseren Teil des weltweiten Investmentportfolios ein. Der Mercer-Report „Trendsetters: Transformational Investment Practives of Advanced Investors” zeigt, wie Anleger weltweit und in der Schweiz systemischen Risiken mit transformativen Anlagestrategien begegnen.

Für Unternehmen baut sich der Druck zudem an anderer Stelle auf. Sie sollen einen klar definierten gesellschaftlichen Purpose haben. Das öffentlich wirksame Bekenntnis zu Nachhaltigkeit wird damit zum Prüfstein aus der Perspektive junger, gut ausgebildeter Menschen bei der Wahl ihres Arbeitgebers.

Dieser Dynamik kann sich kein Unternehmen mehr entziehen. Der Druck von Konsumenten, Mitarbeitenden, Kapitalmärkten und der Gesetzgebung verstärkt sich gegenseitig und lässt keine Lücken. Der Wirtschaft im allgemeinen Verantwortung zukommen lassen zu wollen ist ebenso richtig wie abstrakt – jetzt geht es konkret um jedes einzelne Unternehmen.

Profit ist die Grundlage wirtschaftlichen Handelns. Man muss aber die Frage stellen nach der Angemessenheit der Rendite in Kombination mit dem Umgang mit Ressourcen und dem gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Und nach innen gerichtet, inwieweit Nachhaltigkeit ein Teil der Unternehmensidentität ist und sich im Selbstverständnis und im Verhalten seiner Mitarbeitenden widerspiegelt.

Gradmesser dafür ist der Umgang einer Organisation mit ihren Mitarbeitenden. Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Umgang mit der Ressource Mensch wesentlich für die Lösung unserer grossen Probleme ist. Soziale Nachhaltigkeit ist eine Voraussetzung für ökologische Nachhaltigkeit. Konkret und knapp: ohne Geld und Arbeit kein ökologisches Verhalten.

Zu den Grundbedürfnissen gehört die persönliche Unversehrtheit und ein abhängigkeitsfreies Beschäftigungsverhältnis. Der Fokus liegt darauf, wo neue Arbeitsplätze entstehen, wie fair Arbeit entlohnt wird – einschliesslich eines sorgenfreien Auskommens über das Arbeitsleben hinaus – und wie verantwortungsvoll mit dem Erhalt oder Abbau von Arbeitsplätzen umgegangen wird. Mächtige Instrumente auf dem Weg zu einer besseren Welt.

Wenn wir der Logik der menschlichen Bedürfnisse nach Maslow folgen, schliesst sich an der Spitze der Pyramide die Ebene der Selbst-Verwirklichung an. Die persönliche Entwicklung als Aufgabe eines Unternehmens ist eine echte Win-Win Situation. Denn das, was wir heute als Unternehmenstransformation bezeichnen ist nichts anderes als die Entwicklung der Organisation, die nur gelingt, wenn sich die Menschen darin ebenfalls entwickeln.

Das Fundament dieses Deals zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden ist die Gleichbehandlung aller Beteiligten. Sicherheit, Gesundheit, faire Vergütung und Entwicklung ist unabhängig von Geschlecht, Ethnie, sexueller Orientierung oder Gesinnung. Eigentlich selbstverständlich – aber noch lange nicht überall angekommen. Wir haben ihn schon eine Weile, den neuen Deal – es wird Zeit, dass wir alle unseren Teil einlösen.

Gemeinsam mit Mercer

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